Eine Plattform für Erotik-Content zu gründen ist technisch heute kein Problem mehr. Denn das eigentliche Risiko beginnt erst nach dem Launch. Themen wie den richtigen Zahlungsanbieter zu finden, Jugendschutz und regulatorische Anforderungen entscheiden darüber, ob dein Projekt langfristig bestehen kann.
Wenn du 2026 eine Plattform für Erotik-Content gründen willst, musst du daher externe Abhängigkeiten von Anfang an einkalkulieren. Lass uns gemeinsam einen Blick darauf werfen, worauf du achten musst.
Warum Technik nicht dein größtes Risiko ist
Wenn mich Gründer kontaktieren, die eine Erotikplattform erstellen wollen, dann haben die meisten sich schon sehr gut über die technische Seite informiert. Denn dank CMS (Customer-Management-Systemen) die sogar Video-Hosting anbieten oder Shop-Systemen wie Shopify sind Plattformen für Erotik-Content oder Erotik-Shops heutzutage schnell eingerichtet.
In meiner Gründungsberatung zeigt sich jedoch häufig, dass viele die wichtigen Punkte unterschätzen. Denn eine Plattform für Erotik-Content zu gründen ist etwas anderes als ein gewöhnlicher Online-Shop.
Die größten Risiken entstehen nämlich nicht im Backend, sondern durch externe Partner und Regulationen, die dein Geschäft entscheidend beeinflussen. Dazu zählen:
- Zahlungsanbieter
- Banken
- Kreditkarten-Netzwerke
- regulatorische Vorgaben (Gesetze, EU-Verordnungen, etc.)
Zahlungsanbieter: der kritische Engpass im Erotik-Sektor
Unternehmen im Erotik-Sektor werden in der Regel als High-Risk-Business eingestuft – selbst bei legalen Inhalten. Dabei ist es völlig egal ob du einen Online-Shop, eine Video-Plattform oder eine Escort Agentur betreiben willst. Auch jemand, der einen Erotik Shop eröffnen möchte, steht vor vergleichbaren Herausforderungen. Selbst wenn es ein Ladengeschäft vor Ort ist.
Gründer einer Online-Plattform mit Erotik-Content berichten mir im Gespräch häufig von den immer gleichen Problemen: Die Plattform geht online, Nutzer:innen kommen, Inhalte oder Produkte laufen. Dann folgt der Backlash: Zahlungsanbieter wollen genau wissen, welche Inhalte angeboten werden, wie diese geprüft werden und wie Minderjährige ausgeschlossen werden. Teilweise werden zusätzliche Unterlagen verlangt, teilweise wird das Konto direkt gekündigt.
Typische Folgen:
- eingefrorene Auszahlungen
- kurzfristige Vertragskündigungen
- erhöhte Gebühren
- zusätzliche Prüfprozesse
In der Praxis betrifft das häufig klassische PSPs (Payment Service Provider) wie Stripe, PayPal oder Square die Erotik ganz oder teilweise ausschließen. Selbst wenn eine Plattform zunächst akzeptiert wird, können interne Richtlinien oder Vorgaben der Kreditkarten-Netzwerke (Visa/Mastercard), später zu einer Neubewertung führen. Die Kommunikation ist dabei meist knapp, Entscheidungen sind kaum verhandelbar.
Bedingungen von Zahlungsanbietern für Betreiber einer Erotik-Plattform
Das Problem ist also nicht irgendein Fehlverhalten der Betreiber, sondern dass sie sich in einem System bewegen, dessen Regeln sie nicht kontrollieren. Und wer hier ohne Vorbereitung startet, ist dem ausgeliefert.
Denn diese Anbieter haben deutlich strengeren Bedingungen:
- höheren Transaktionsgebühren
- fixe Vorabkosten, z.B. jährliche High-Risk-Gebühren der Kreditkarten-Netzwerke
- umfangreiche KYB- und KYC-Prozesse
- detaillierte Angaben zu Content-Richtlinien
- Systeme zur Altersverifikation, Moderation und Abuse-Prävention.
In vielen Fällen müssen Betreiber sogar dauerhaften Zugriff auf Paywall-Inhalte ermöglichen, damit Inhalte regelmäßig geprüft werden können.
Wer diese Anforderungen nicht von Anfang an mitdenkt, gerät schnell unter Druck. Denn nachträgliche Anpassungen an Zahlungsströme, Sicherheitsmechanismen oder Moderationsprozesse sind aufwendig und teuer. Und im schlimmsten Fall können erneute kurzfristige Änderungen der Kreditkarten-Netzwerke oder PSPs dazu führen, dass Zahlungen ganz ausgesetzt werden.
Deshalb empfiehlt es sich, bereits vor dem Launch mit spezialisierten High-Risk-Anbietern zu sprechen und die Anforderungen transparent abzuklären. Auch eine aktuelle Recherche und der Austausch in Foren kann hier schnelle Lösungen und Hinweise auf vertrauensvolle Anbieter bieten.
Jugendschutz & EU-Regulierung: Welche Anforderungen sich verändern
Jugendschutz wurde von Plattformen wie Youporn.com oder auch Joyclub lange pragmatisch gelöst. Eine einfache Altersabfrage genügte. Ein Foto von der Person, die sich registrieren will, mit einem Code, der auf ein Blatt Papier geschrieben in die Kamera gehalten wird. Fertig war die Verifizierung.
Diese Phase endet jetzt.
Auf EU-Ebene wurden Plattformen zunehmend zu ihren Schutzmaßnahmen und internen Prozessen befragt. Die daraufhin veröffentlichte EU-Leitlinie zum Schutz Minderjähriger verschiebt den Fokus weg von formalen Hinweisen – hin zu dokumentierbaren Maßnahmen.
Nicht nur explizite Plattformen sind davon betroffen. Auch Erotik-Shops oder hybride Geschäftsmodelle können in regulatorische Prüfbereiche fallen.
Die zentrale Frage für Gründer einer Plattform mit Erotik-Content lautet heute nicht mehr: „Hast du eine Altersabfrage?“ Sondern: „Wie dokumentierst du dein Risikomanagement?“
Denn: Jugendschutz ist kein einmaliges Setup mehr, sondern ein Thema, das sich weiterentwickelt – und dessen Anforderungen sich auch kurzfristig verschärfen können.


JETZT IM BLOG LESEN: Änderungen für die Erotikbranche - Rückblick 2025 und Ausblick auf 2026
2025 war ein Jahr, das viele Unternehmer:innen der Erotikbranche spürbar gefordert hat. Die neuen Regeln rund um die E-Rechnung haben Abläufe verändert, die Produktsicherheitsverordnung (GSPR) der EU hat vielerorts Fragen und Unsicherheit ausgelöst. Die Vielzahl kleiner Anpassungen im Steuer- und Verpackungsrecht hat besonders jene getroffen, die in kleinteiligen oder handwerklichen Strukturen arbeiten. Doch noch weitere Änderungen in der Erotikbranche erwarten uns.
Altersverifikation: Schutzinstrument oder neues Risiko?
Trotz aller Maßnahmen, die man im Vorfeld ergreifen sollte, sage ich allen meinen Kunden das Gleiche: es bleibt immer ein Restrisiko, wenn man eine Plattform für Erotik-Content gründen möchte.
Das betrifft vor allem
- Den Upload Illegaler Inhalte durch User
- falsche Kategorisierung
- Missbrauch oder problematische Uploads.
Als Betreiber einer Erotik-Plattform oder eines Erotik-Shops kannst du hier meistens nur reaktiv arbeiten: melden, sperren, dokumentieren.
Um hier eine Lösung aufzuzeigen, werden sowohl eine vollständige Altersverifikation und weitere Prüfmechanismen als Lösung diskutiert. In der Praxis entstehen dabei jedoch neue Herausforderungen für dich als Betreiber:
- Speicherung sensibler Daten
- Haftungsfragen
- Vertrauensverlust bei Nutzer:innen bei Datenhack.
Ein aktuelles Beispiel ist die verpflichtende Altersverifikation bei Discord. Nutzer:innen müssen dort ihr Alter über Ausweisdokumente oder biometrische Verfahren nachweisen.
Doch erst kürzlich kam heraus: es wurden zehntausende Ausweiskopien von Discord-Usern öffentlich, nachdem entsprechende Daten von Hackern geklaut wurden. Dementsprechend werden Altersverifikationen von den meisten Usern als Risiko betrachtet, die eine Plattform unattraktiv machen.
Gerade deshalb ist es wichtig, nicht nur Technik, sondern auch Verantwortung mitzudenken – insbesondere, wenn du eine Plattform für Erotik-Content gründen möchtest.
Welche Risiken bleiben bei der Gründung einer Erotik-Plattform
Eine Plattform für Erotik-Content zu gründen, bedeutet nicht, jedes Risiko auszuschalten. Das ist unrealistisch. Doch es gibt Dinge, die du trotzdem tun kannst, um das Risiko zu minimieren und kurzfristige Änderungen im Blick zu halten:
- realistische Budgetplanung und finanzieller Spielraum
- Anpassungen an neue Anforderungen im Blick behalten
- rechtliche Beratung einholen
- frühe Auseinandersetzung mit Abhängigkeiten (Zahlungsanbieter, Hosting, Traffic-Quellen, rechtliche Rahmenbedingungen)
- dokumentierte Moderationsprozesse
- klare interne Zuständigkeiten und Aufgabenverteilung.
Um in diesen Bereichen blinde Flecken zu vermeiden, holen sich viele Gründer:innen an diesem Punkt eine externe Perspektive. Als Unternehmensberaterin für die Erotikbranche begleite ich bereits seit vielen Jahren immer wieder Gründer von Erotik-Plattformen oder auch bestehende Online-Plattformen wie den Fetisch-Shop baumwollseil.de. Auch Escort-Agenturen, die ihre Kunden hauptsächlich über ihren Online-Auftritt erreichen, zählen zu meinen Kunden.
Ich unterstütze dich als Gründer oder Unternehmer in der Erotikbranche bei allen Punkten, die du beachten musst, und suche gemeinsam mit dir nach praktikablen Lösungen.
Denn gerade in einem so regulierten Umfeld entscheidet nicht Perfektion – sondern wer den Überblick behält und die richtigen Maßnahmen ergreift.
Fazit: Du kannst auch heute noch erfolgreich eine Plattform für Erotik-Content gründen
Es lässt sich festhalten: Technisch ist der Einstieg in eine Plattform für Erotik-Content heute einfacher denn je. Doch strukturell ist er auch anspruchsvoller denn je.
Wer 2026 eine Plattform für Erotik-Content gründen will, sollte sich bewusst sein, worauf er sich einlässt. Beachte dabei diese 5 Punkte:
- gehe Risiken bewusst ein
- Schaffe dir Finanzielle Spielräume
- Prüfe Konditionen von Zahlungsanbietern genau
- beobachte regulatorische Entwicklungen
- Nimm Datenschutz immer ernst.
Das Ziel ist nicht, jedes Risiko zu vermeiden, sondern vorbereitet zu sein.
Wenn du eine Plattform für Erotik-Content gründen möchtest und dir bei der strukturellen Absicherung noch Klarheit fehlt, lass uns darüber sprechen. In einem kostenfreien Erstgespräch sprechen wir über deine Gründungsidee, mögliche Risiken und die Punkte, bei denen ich dich konkret unterstützen kann. So schaffst du eine stabile Grundlage für dein Projekt – und triffst Entscheidungen nicht aus Unsicherheit, sondern mit Überblick.
Frequently Asked Questions
Hier bekommst du alle Fragen zum Artikel nochmal in einer Kurzfassung. Wenn du weitere Fragen hast, schreib mir gerne eine Nachricht per Mail und ich melde mich schnellstmöglich bei dir zurück.
Ja, sofern alle Inhalte gesetzlichen Vorgaben entsprechen und Jugendschutz konsequent umgesetzt wird.
Wegen erhöhtem Chargeback-Risiko, regulatorischer Unsicherheiten und Reputationsfragen innerhalb der Kreditkarten-Netzwerke.
Die Anforderungen verschärfen sich. Betreiber müssen wirksame Schutzmaßnahmen nachweisen können – einfache Checkbox-Lösungen gelten zunehmend als unzureichend.
In vielen Fällen schließen diese Anbieter Erotik ganz oder teilweise aus. Eine individuelle Prüfung ist notwendig – häufig sind spezialisierte High-Risk-Anbieter die realistischere Lösung, aber auch sehr teuer.
Neben Technik und Marketing solltest du eine Reserve für regulatorische Anpassungen, Payment-Wechsel und rechtliche Beratung einplanen. Mit einem Budget von 20.000-50.000€ bist du auf der sicheren Seite.






