Du hast deinen Businessplan fertig. Drei Kreuze. Aber weißt du, was danach kommt? Ich begleite seit Jahren Menschen, die einen Swingerclub oder einen BDSM Club gründen wollen, und fast alle stolpern an derselben Stelle: direkt nach dem Businessplan. Hier erfährst du, was dich wirklich erwartet.
Einen BDSM Club gründen ist kein Projekt, das mit einem Businessplan erledigt ist. Der Businessplan ist die Grundlage. Aber er ist noch lange nicht das Fundament, auf dem dein Club steht. Was danach kommt, ist oft anstrengender, unvorhersehbarer und vor allem: weniger dokumentiert. Als erste Unternehmensberaterin in Deutschland für die Erotikbranche, die offen und mit persönlicher Erfahrung in diesem Bereich berät, kenne ich diese Phase aus hunderten Gesprächen. Um genau diese Schritte soll es hier gehen.






Inhaltsverzeichnis
Der Businessplan ist geschafft. Was jetzt?
Der Businessplan fühlt sich für viele Gründer an wie der größte Brocken. Und das ist auch verständlich. Er kostet Zeit, Nerven und erfordert eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Vorhaben, die viele unterschätzen.
Aber er ist leider noch nicht mal die halbe Miete.
Was ein guter Businessplan leistet: Er zwingt dich, dein Vorhaben durchzudenken. Personalplanung, Betriebsablauf, Marketingstrategie, Finanzierungsplanung. Wer das sauber ausgearbeitet hat, hat später eine Grundlage, auf die er immer zurückgreifen kann. Das ist sein eigentlicher Wert.
Was er nicht leistet: Er öffnet keine Türen von alleine. Er sichert keine Finanzierung. Und er ersetzt nicht die hundert Entscheidungen, die danach kommen.
Kreditwürdigkeit: Was Banken wirklich bewerten
Meistens ist der Businessplan der erste Schritt, um bei einer Bank oder einem Investor nach einem Kredit zu fragen. Aber auch hier gilt: Ein gut ausgearbeiteter Businessplan ist wichtig, aber nicht das einzige Kriterium.
Deine Kreditwürdigkeit hängt vor allem von diesen Faktoren ab:
Eigenkapitalquote: Wie viel Kapital oder Sachmittel bringst du selbst ein? Je höher dein eigener Anteil, desto besser deine Verhandlungsposition.
Schufa-Score: Den kannst du online einsehen. Je höher, desto besser. Falls du deinen Score noch nicht kennst, hol dir die Auskunft vor dem ersten Bankgespräch.
Unternehmerische Fähigkeiten: Was bringst du mit? Ausbildung, Berufserfahrung, relevante Weiterbildungen. Banken wollen wissen, ob du weißt, was du tust.
Erfolgsaussichten deines Vorhabens: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du den Kredit zurückzahlen kannst? Das bewertet die Bank auf Basis deines Konzepts, deiner Marktkenntnisse und deiner Zahlen.
Diese vier Faktoren bestimmen, ob du überhaupt einen Kredit bekommst. Und sie bestimmen die Konditionen: Zinsen, Tilgungsfreijahre, Laufzeit.
BDSM Club gründen und Banken: Wenn die Branche zum Problem wird
Wenn du einen BDSM Club gründen möchtest, gibt es einen weiteren Faktor, der die Kreditvergabe beeinflusst. Und der hat nichts mit deinen Zahlen zu tun.
Viele Banken klassifizieren BDSM Clubs und ähnliche Unternehmen pauschal als „Rotlicht“-Betriebe. Das führt dazu, dass selbst bei einem wasserdichten Businessplan und einer soliden Eigenkapitalquote Absagen kommen. Nicht weil dein Konzept schlecht ist. Sondern weil das Vorurteil schneller da ist als die Prüfung.
Ich habe das schon erlebt. Mehrfach. Und ich habe auch erlebt, was den Unterschied macht: eine überzeugende persönliche Präsentation, ein klar durchdachtes Konzept und die Fähigkeit, von deinem Vorhaben so zu sprechen, dass Skepsis in Interesse umschlägt.
Was Banken überzeugt, ist deine Eignung und die Zukunftsfähigkeit deines geplanten Unternehmens. Und wie du beides kommunizierst.
Finanzierung ohne Bank: Deine Alternativen
Eine Absage von der Bank ist kein Aus. Sie ist eine Richtungsänderung.
Private Investoren sind je nach Vorhaben durchaus bereit, das Risiko einzugehen. Genauso Privatbanken, die weniger regulierte Kreditvergabe betreiben als Filialbanken. Auch Crowdfunding kann ein Weg sein, vor allem wenn du eine Community rund um dein Konzept aufbauen kannst.
Aber auch hier gilt: Dein Auftritt und dein Businessplan müssen stimmen. Du verkaufst kein Produkt. Du verkaufst eine Vision und dich selbst als jemanden, der diese Vision umsetzt.
Plane bei der Finanzierungsphase ausreichend Zeit ein. Wochen sind realistisch. Manchmal auch Monate. Das ist kein Misserfolg. Das ist der normale Verlauf.
Nach der Finanzierung: Die operative Planung beginnt
Wenn die Finanzierung steht, beginnt der nächste große Block. Und der ist nicht kleiner.
Je nachdem, ob du einen reinen BDSM Club, einen Swingerclub mit BDSM-Bereich oder ein BDSM-orientiertes Privatclub-Konzept gründen möchtest, unterscheiden sich die nächsten Schritte etwas. Aber im Kern laufen sie auf dasselbe hinaus:
Gewerbeanmeldung: Ohne die läuft nichts. Kläre im Vorfeld, welche Gewerbeart für deinen Club zutrifft.
Standort- und Immobiliensuche: Das ist oft der zeitaufwändigste Teil. Nicht jeder Vermieter vermietet an einen BDSM Club. Nicht jede Location ist als Vergnügungsstätte genehmigungsfähig.
Genehmigungen: Je nach Bundesland und Konzept brauchst du unterschiedliche Genehmigungen. Gaststättenerlaubnis, baurechtliche Genehmigungen, Hygienekonzept. Das solltest du frühzeitig klären.
Baupläne und Umbaumaßnahmen: Ein BDSM Club hat besondere Anforderungen an Räume, Ausstattung und Sicherheit. Plane hier großzügig. Sowohl zeitlich als auch finanziell.
Branding und Marketing: Das kommt nicht am Ende. Es gehört von Anfang an in die Planung.
Jeder dieser Punkte hat Unterpunkte. Und die Unterpunkte haben Unterpunkte. Das klingt überwältigend. Aber die gute Nachricht ist: Es wird leichter, wenn du strukturiert vorgehst und weißt, wo du anfängst.
Warum du nicht alleine gründen solltest
Einen BDSM Club zu gründen ist ein großes Vorhaben. Und große Vorhaben gehen leichter, wenn man sie nicht alleine trägt.
Die erste ist die emotionale: Menschen aus deinem Umfeld, die deine Leidenschaft teilen und dich in schwierigen Phasen stabilisieren. Das können Partnerinnen, Partner oder mehrere Menschen aus deinem Umfeld sein, die dein Vorhaben mittragen und dich erden, wenn der Kopf voll ist.
Die zweite ist die unternehmerische: ein Mitgründer, der Aufgaben und Verantwortung gleichwertig übernimmt. Vielleicht jemand mit Stärken, die du selbst nicht mitbringst. Betriebswirtschaftliches Know-how, Erfahrung mit Behörden, handwerkliches Können für den Umbau. Auf Gründerveranstaltungen suchen Menschen genau das: einen Mitgründer mit den richtigen Fähigkeiten für das eigene Vorhaben. Das lohnt sich auch für einen BDSM Club.
Was ich in vielen Beratungsgesprächen höre: Gründer unterschätzen, wie viel mentalen Raum eine Gründung einnimmt. Es ist nicht nur Planung. Es ist auch Unsicherheit, Warten, Rückschläge und die Frage, ob man auf dem richtigen Weg ist. All das lässt sich besser tragen, wenn jemand mit dir gemeinsam an der Startlinie steht.
Professionelle Unterstützung: Was du dir holen kannst
Neben einem persönlichen Netzwerk kann auch externe Beratung ein großer Hebel sein. Vor allem dann, wenn du das erste Mal gründest und noch keine Erfahrung mit Behörden, Banken und Betriebsplanung hast.
Als Unternehmensberaterin für die Erotikbranche begleite ich dich im Rahmen meiner Gründungsberatung genau dieser Phase: vom Businessplan bis zur Eröffnung. Konkret bedeutet das: Businessplan überarbeiten, Anträge vorbereiten, Kredite anfragen, Crowdfunding-Strategien aufsetzen, Marketingplanung. Außerdem darf ich als Unternehmensberaterin eine sogenannte „Tragfähigkeitsbescheinigung“ ausstellen, die für Banken eine Versicherung von externer Seite ist, dass deine Geschäftsidee tragfähig und finanzierungswürdig ist. Sprich mich einfach darauf an.
Und um dich in dieser Phase finanziell zu unterstützen, biete ich dir die Gründungsberatung als monatliches Paket, das du flexibel von Monat zu Monat kündigen kannst.
Und noch etwas: Viele Gründerinnen und Gründer haben mir nach der Gründungsberatung berichtet, dass es ihnen in schwierigen Phasen geholfen hat, nicht nur Business-Themen zu besprechen. Denn eine Gründung fordert dich auf allen Ebenen und auch das darf Thema während unserer Gespräche sein.
Fazit
Einen BDSM Club gründen ist kein Sprint. Es ist ein Prozess mit vielen Schritten, von denen der Businessplan nur der erste ist. Aber jeder Schritt lässt sich planen. Und du musst ihn nicht alleine gehen. Daher unterstütze ich dich gerne mit maßgeschneiderter Beratung.
Wenn du Unterstützung benötigst, kannst du mich gerne als Unternehmensberaterin dazu holen. Gemeinsam schauen wir auf bisherige Planung, gehen Behördengänge strukturiert an und bei Bedarf helfe ich auch gerne bei der Immobiliensuche. Lass uns in einem kostenfreien Erstgespräch einfach mal darüber sprechen, was für eine Art Immobilie du suchst! Kontaktiere mich jetzt.
FAQ
Häufige Fragen
Ja. Je nach Bundesland und Konzept brauchst du eine Gaststättenerlaubnis, baurechtliche Genehmigungen und ein Hygienekonzept. In manchen Fällen wird dein Club als Vergnügungsstätte eingestuft, was zusätzliche baurechtliche Anforderungen mit sich bringt. Kläre das frühzeitig mit deiner Gemeinde.
Von der Idee bis zur Eröffnung sind zwölf bis achtzehn Monate realistisch. Die Finanzierungsphase alleine kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Dazu kommen Standortsuche, Umbau und Genehmigungsverfahren.
Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Banken sehen einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent gerne. Je höher dein Anteil, desto besser deine Konditionen und deine Verhandlungsposition.
Ja, das ist möglich. Aber ein Mitgründer mit ergänzenden Fähigkeiten macht die Gründungsphase deutlich leichter. Auf Gründerveranstaltungen findest du Menschen, die gezielt nach solchen Partnerschaften suchen.
Eine Tragfähigkeitsbescheinigung ist ein Dokument, das eine anerkannte Beratungsstelle ausstellt und bestätigt, dass deine Geschäftsidee wirtschaftlich tragfähig ist. Für Banken ist das eine externe Absicherung. Sie kann deine Chancen auf eine Finanzierung deutlich verbessern.