BDSM Zimmer einrichten

Du willst dein BDSM Zimmer einrichten, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Das geht vielen so, die sich einen eigenen Raum wünschen. Da ich solche Räume nicht nur privat nutze, sondern auch für meine Kunden plane – privat und für Clubs – kenne ich mich mit den Problemen und Möglichkeiten genau aus. In diesem Artikel zeige ich dir meinen kompletten Ablauf, wenn ich einen Raum plane. Schritt für Schritt.

Schonmal ein Hinweis vorweg: Die meisten Fehler passieren ganz am Anfang. Wer zuerst Möbel kauft und danach plant, verschwendet oft Geld und Platz. Ich gehe deshalb andersherum vor. Zuerst steht dein Kink im Mittelpunkt, dein individuelles Spiel. Danach plane ich den Raum, immer genau auf dich und deine Bedürfnisse zugeschnitten. Erst zum Schluss plane ich die passenden Möbel dazu. Ich begleite meine Kunden bei der Raumgestaltung ihres BDSM Zimmers immer genau nach diesem Ablauf, egal ob Privatpersonen oder Clubs. Wie dieser Ablauf aussieht und was du dabei beachten musst, zeige ich dir jetzt an einem echten Beispiel. So kannst du ihn direkt auf dein eigenes Zimmer übertragen.

Inhaltsverzeichnis

Das Beispielzimmer

Für das folgende Beispiel gehe ich von einem konkreten Raum mit diesen Maßen aus: ein ca. 20 m² großer und nahezu quadratisch geschnittener Raum. An einer Wand sitzt ein Fenster, sonst ist der Raum leer. Die Prinzipien aus diesem Beispiel lassen sich so auf fast jeden Raum übertragen.

Erst überlegen, dann planen

Bevor du Möbel platzierst, mach dir zuerst Gedanken über deinen Kink. Wie läuft dein Spiel normalerweise ab, was macht eine typische Session aus? Gibt es Rituale? Benutzt du bestimmte Dinge immer wieder? Welche Möbel sind bei dir immer im Einsatz?

In meinem Beispielraum will ich ein Andreaskreuz und ein Bett unterbringen. Dazu eine Ecke für meine Schlaginstrumente und einen festen Platz zum Fesseln. Idealerweise ergänze ich diesen Bereich noch um einen Hängepunkt an der Decke.

Die Wahl, welche Möbel du in deinem Raum unterbringen möchtest, hängt davon ab, was du gerne machst. Wer viel mit Seilen arbeitet und professionell Shibari ausübt, braucht einen tragfähigen Hängepunkt. Wer eher Spanking mag, braucht Platz zum Ausholen und eine Fläche, an der jemand fixiert werden kann.

Schreib dir am besten eine eigene Liste, damit du den Überblick nicht verlierst. Welche Praktiken stehen bei dir im Vordergrund? Was brauchst du dafür ganz konkret? Genau diese Liste ist der Startpunkt für alles Weitere. Denn Daraus denkst du den gesamten Ablauf einer Session durch, auf dem du später deinen Raum strukturierst.

Den Ablauf deiner Session mitdenken

Nicht nur Möbel, auch der Ablauf deiner Session gehört in die Planung, und zwar schon bevor du alles in einem Grundriss aufzeichnest. Stell dir am Anfang also die Frage: Wie beginnst du normalerweise eine Session? Manche haben ein festes Begrüßungsritual: zum Beispiel kniet Sub an einer bestimmten Stelle. Andere starten lieber kuschelig, mit Sofa oder Bett und ausgiebigen Fesseln. Wieder andere brauchen gar keine Vorbereitung und beginnen direkt mit der Spanking Session am Andreaskreuz.

Denk dir einfach mal deinen kompletten Ablauf durch. Vom Einstieg über das eigentliche Spiel bis zum Thema Abschluss und Aftercare. Hier zeigt sich meist: du brauchst mehrere Bereiche im Raum, nicht nur einen für dein Spiel.

Nimm dir für die Einteilung der Bereiche am besten nochmal deine Liste von eben zur Hand und teile alles grob in die passenden Bereiche ein: Einstieg, Spiel, Aftercare. Schreib dir außerdem die ungefähren Maße der Möbel und Flächen dazu, die du für die einzelnen Spiele brauchst. So siehst du schnell, wie viel Fläche jede Phase ungefähr braucht.

Übrigens: Diese 3 Bereiche müssen nicht strikt voneinander getrennt sein. Oft überlappen sie sich. Manchmal aus Platzgründen oder aber auch einfach, weil sie mehr als einmal benutzt werden. Eine Matte auf dem Boden eignet sich häufig sowohl für Bondage als auch für Aftercare. Manchmal ist das auch der perfekte Ort für eine kniende Begrüßung. Ein eigenes Bett brauchst du dann für diesen Bereich gar nicht mehr.

Wenn du immer noch Fragen zur Umsetzung deines persönlichen Ablaufs während einer Session hast, empfehle ich dir meinem Videokurs BDSM Interior Design. Hier arbeitest du deine Session im Detail heraus und erfährst alles zur Raumaufteilung, inklusive Arbeitsblättern und Erklärvideos für jeden Schritt. Erste Einblicke dazu findest du auch auf meinem YouTube-Kanal.

Den Grundriss für dein BDSM Zimmer zeichnen

Jetzt, wo du weißt, welche Bereiche du brauchst, geht es an den Grundriss. Nimm dir kariertes Papier, einen Zollstock und ein Klemmbrett und miss deinen Raum aus. Danach zeichnest du dir einen groben Grundriss.

Ein Kästchen entspricht dabei am besten einem festen Maß. Du kannst zum Beispiel einen Maßstab von 1:50 wählen, dann entsprechen gemessene 50 cm = 1 cm auf deinem Papier. Vier Kästchen ergeben dann 1 m². Wer lieber mit ganzen Metern rechnet, nimmt einen Maßstab von 1:100. Ein Zentimeter auf dem Papier steht dann für einen Meter im Raum, allerdings musst du dann Möbel sehr klein zeichnen.

Trage beim Zeichnen auf jeden Fall auch alle Öffnungen und wichtige Merkmale ein. Fenster, Türen und Steckdosen gehören einfach in jeden Plan. Steckdosen sind wichtig für Geräte und die spätere Lichtplanung. Ihre Position entscheidet oft, wie gut alles am Ende funktioniert. Trag auch die Raumhöhe ein, denn sie ist für Aufhängungen und Deckenmontagen entscheidend.

Wenn du dich mit Papier und Zeichnen schwer tust hilft dir das Onlinetool SketchUp weiter. Du kannst es kostenlos im Browser nutzen, allerdings ohne Downloadfunktion. Damit baust du dir deinen Raum und deine Möbel virtuell in 3D nach und bekommst ein besseres Gefühl für die Proportionen.

Bereiche einteilen und Möbel zuordnen

Aus deiner zuvor angefertigten Liste zu Einstieg, Spiel und Aftercare ergibt sich jetzt schon eine grobe Vorstellung, wie viele Bereiche du brauchst und wie viel Platz jeder davon einnimmt. Jetzt ordnest du diese Bereiche im Raum an.

Bei der Platzierung der Bereiche gehst du dabei in eine Richtung vor. Entweder von vorn nach hinten oder von hinten nach vorn. Der Bereich, den du beim Betreten des Raums zuerst nutzt, kommt an das eine Ende. Was du zum Schluss brauchst, wie zum Beispiel das Aftercare, platzierst du entsprechend am anderen Ende.

Innerhalb jedes Bereichs ordnest du dann die passenden Möbel an. In meinem Beispielraum gehört das Andreaskreuz in den Spiel-Bereich, das Bett eher an den ruhigeren Rand des Raums, nah am Aftercare-Bereich. Das Regal oder die Wandhaken für Schlaginstrumente platzierst du am besten dort, wo du sie beim Spiel griffbereit hast, aber nicht im direkten Bewegungsradius.

So bekommst du Schritt für Schritt eine grobe Aufteilung, bevor es im nächsten Abschnitt an die Details geht.

Vom Groben ins Feine – Dein BDSM Zimmer nimmt Gestalt an

Mit der groben Aufteilung für dein BDSM Zimmer im Kopf gehst du jetzt ins Detail. Ein wichtiger Punkt dabei: lass dir überall genug Bewegungsfreiheit. Für Wege durch den Raum, aber auch für den eigentlichen Spielraum selbst.

Rechne pro Aktivität mit mindestens 2-4 m² freier Fläche. Das gilt für Bondage genauso wie für Spanking. Wer mit langen oder losen Schlaginstrumenten arbeitet, braucht mehr Platz zum Ausholen.

Ein Spar-Tipp für den Einstieg: du brauchst nicht sofort ein Andreaskreuz. Wandhaken oder ein Deckenhaken erfüllen oft denselben Zweck, sind deutlich günstiger und können auf die individuelle Körpergröße deines Spielpartners angebracht werden. Achte dabei aber unbedingt auf die Tragkraft. Nicht jeder Haken hält, was ein Körper an Gewicht und Bewegung mitbringt.

Achte außerdem darauf den Raum nicht mit zu viel loser Dekoration auszustatten. Dinge, die im Regal stehen oder dekorative Bilder können schnell im Weg eines Schlaginstruments landen. Außerdem staubt Dekoration immer schnell ein. Setze hier also lieber auf Tapete oder so etwas wie Wandteppiche – die schlucken auch mehr Schall.

Materialien für dein BDSM Zimmer auswählen

Bei der Wahl der Materialien darfst du kurz deinen persönlichen Geschmack sprechen lassen. Wähle Farben und Materialien, die dir gefallen und mit denen du dich wohl fühlst.

Zwei Dinge solltest du trotzdem im Blick behalten:

  1. muss sich das Material gut reinigen lassen. Es sollte also nicht porös sein, sondern eher glatt.
  2. lohnt sich bei Wandbelägen ein Blick auf die Schalldämmung. Hier kann Struktur (ja, die gute alte Raufaser-Tapete) tatsächlich für besseren Schallschutz sorgen.

Ins Detail gehe ich hier bewusst nicht, das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wenn du mehr Tipps zur Materialauswahl haben willst, zeige ich dir das ausführlich in meinem Videokurs BDSM Interior Design.

Einen praktischen Tipp gebe ich dir aber gerne mit: bestell dir Materialproben, bevor du etwas fest verbaust. Viele Anbieter verschicken die nämlich kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr.

Außerdem macht es Sinn Bilder zu sammeln, die zeigen, wie du dir dein zukünftiges Spielzimmer vorstellst.

Aus den bestellten Materialproben und Bildern kannst du dir dann eine Collage zusammenstellen. Das hilft dir dabei, dir das fertige Zimmer im Vorhinein besser vorzustellen.

Wie du dir eine eigene Collage erstellst, zeige ich dir ebenfalls im Videokurs. Wenn du das aber lieber abgeben möchtest und einfach Inspiration und Vorschläge möchtest, erstelle ich dir im Rahmen meiner persönlichen Beratung ebenfalls gerne eine fertige Materialcollage und Moodboards.

Beleuchtung

Um die Stimmung im Raum gemütlich und stimmungsvoll zu inszenieren, gilt eine einfache Regel: mehrere kleine, indirekte Lichtquellen wirken besser als eine einzelne große Deckenlampe. Verteile deine Lichtquellen also lieber auf mehrere Punkte im Raum, anstatt eine große Lampe einzusetzen.

Wenn du LED-Streifen einsetzt, achte auf die sogenannte LED-Dichte, also die Anzahl der LEDs pro Meter. Je höher diese Zahl, desto feiner und gleichmäßiger wirkt das Licht. Ab etwa 120 LEDs pro Meter gilt ein Streifen als hochwertig. Für besonders weiches Licht gibt es zusätzlich sogenannte COB-LED-Streifen. Wähle hier nach Möglichkeit eine dimmbare Variante.

Von farbigem Licht und klassischem Neonlicht rate ich eher ab, denn beides wirkt schnell ungemütlich. Eine Ausnahme sind effektvoll platzierte Neon-Signs mit Sprüchen oder Symbolen. Diese können ein schönes Highlight sein, ohne den ganzen Raum zu dominieren. Übertreib es aber nicht damit.

Ein Punkt wird bei all dem indirekten Licht gerne vergessen: du brauchst zusätzlich ein „Putzlicht“. Gemeint ist damit ein normales, kräftiges Deckenlicht, getrennt vom Stimmungslicht, für die Reinigung des Raumes nach dem Spiel.

Wie du deine Beleuchtung im Detail planst, was Lichtfarben sind und welche Lichtfarbe welchen Effekt auf die Stimmung des Raumes hat, zeige ich dir in meinem Videokurs.

Die Umsetzung – Nichts vergessen beim Einrichten deines BDSM Zimmers

Für die eigentliche Umsetzung beim Einrichten deines BDSM Zimmers hat sich bei mir eine feste Reihenfolge bewährt. Zuerst kommen Boden und Wände dran, danach folgt die Beleuchtung. Erst zum Schluss ziehen die Möbel ein.

Diese Reihenfolge hat einen einfachen Grund: Wand- und Bodenbelag lassen sich am besten in einem leeren Raum aufbringen, ohne dass du Rücksicht auf bereits stehende Möbel nehmen musst. Die Beleuchtung installierst du am sinnvollsten direkt danach, bevor Möbelstücke mögliche Stellflächen blockieren. Erst wenn Wände, Boden und Licht installiert sind, baust du die Möbel auf.

Praktische Extras nicht vergessen

Ein paar kleine Dinge machen den Unterschied zwischen einem schönen und einem wirklich durchdachten Raum. Zum Beispiel sollte ein Erste-Hilfe-Kasten immer griffbereit sein. Auch eine kleine Minibar mit Getränken, Taschentüchern und Kondomen erspart dir spätere Unterbrechungen. Außerdem kannst du eine Musikbox oder einen kleinen Lautsprecher im Zimmer platzieren, falls Musik zu deiner Session dazugehört.

Inspiration und Werkzeuge

Wenn du jetzt denkst „Gut zu wissen, wie ich meinen Raum plane, aber ich weiß immer noch nicht, wie er aussehen soll!“, dann wirf doch einen Blick in mein Portfolio. Dort findest du reale Beispiele aus bereits umgesetzten Projekten. Auch auf Pinterest und Instagram teile ich regelmäßig Einrichtungsideen und Moodboards.

Zu guter Letzt kannst du dich für den Newsletter zu meinem Video Kurs BDSM Interior Design anmelden. Hier erhältst du zukünftig nicht nur regelmäßig Tipps, Tricks und Inspiration für dein BDSM Zimmer, sondern erfährst auch alles über Updates und Rabattaktionen rund um den Video-Kurs. Melde dich am besten gleich HIER an, um nichts zu verpassen.

Fazit

Um vom leeren Raum zum fertigen BDSM Zimmer zu gelangen, gibt es einen klaren Weg. Merk dir einfach: Erst dein Kink, danach der Grundriss und die Einteilung der Bereiche, und zum Schluss die Umsetzung.

Um dein BDSM Zimmer nach diesem Plan einzurichten kannst du zwei Wege gehen:

Willst du es selbst in die Hand nehmen, führt dich mein Videokurs BDSM Interior Design Schritt für Schritt durch die komplette Planung, mit Arbeitsblättern und Erklärvideos.

Wenn du den Raum lieber komplett professionell geplant und gestaltet haben möchtest, kann ich das komplett für dich übernehmen. Schau dich doch einfach bei meiner BDSM Raumgestaltung um, oder melde dich bei mir für dein kostenfreies Erstgespräch, um alle Fragen zur Einrichtung deines BDSM Zimmers zu klären.

Ich freue mich auf dich und bin gespannt, welchen Kink ich in deine vier Wände bringen darf!

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FAQ

Häufige Fragen

Für die meisten BDSM Zimmer reichen zwei bis vier Quadratmeter freie Fläche pro Aktivität. Wie viele Bereiche du brauchst, hängt von deinem individuellen Ablauf ab. Ich empfehle einen Raum ab ca. 15 m².

Nein. Wandhaken oder ein stabiler Deckenhaken erfüllen oft denselben Zweck, deutlich günstiger. Wichtig ist nur die richtige Tragkraft.

Nicht mit den Möbeln. Kläre zuerst deinen Kink und den Ablauf einer typischen Session. Erst danach planst du den Raum und zum Schluss die Möbel.

Mehrere kleine, indirekte Lichtquellen statt einer einzelnen Deckenlampe. Bei LED-Streifen lohnt sich ein Blick auf die LED-Dichte, für gleichmäßiges Licht ohne sichtbare Punkte.

Die gleichen Prinzipien lassen sich auch auf eine einzelne Ecke oder einen Teilbereich eines Raums übertragen. Wichtig bleibt die Reihenfolge: erst der Ablauf, dann die Fläche, dann die Möbel.

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